Kampenwand Panorama

 

Informationen für Nichtflieger /FAQ

 

Für Urlauber, Kletterer, Wanderer haben hier die Kampenwandflieger mal alle Fragen zusammengefasst, die immer wieder gestellt werden:

 

„Wann springen Sie denn?“

Im Gegensatz zu Fallschirmspringern „springen“ wir nicht. Wir legen unsere Schirme aus, ziehen sie auf, checken über uns, ob sie wirklich offen und keinen Leinen verknotet sind, beschleunigen – und dann trägt uns der Schirm sanft in die Lüfte.

Wann wir starten hängt vom Wind und der Thermik ab. Zum Start selbst wünschen wir uns leichten Wind von vorn. Bläst er zu kräftig, wird der Start anspruchsvoller und man kommt u.U. nicht mehr vorwärts. Weht der Wind von hinten, müssen wir umso schneller laufen. Außerdem besteht die Gefahr, dass uns der Winter „runterdrückt“. Und wir wollen nicht in die Bäumen fliegen.
Falls Sie sich wundern, dass wir nicht starten obwohl doch der Wind zu passen scheint, warten wir wahrscheinlich auf Thermik: Luft, die von der Sonne erwärmt wurde und deshalb aufsteigt. Da der Startplatz an der Kampenwand nach Nordwesten ausgerichtet ist, entsteht auf dieser Seite des Berges die Thermik selten vor der Mittagszeit.

 

"Wie lange dauert denn so ein Flug?"

Das kommt auf das Wetter an. Bei Null Wind und ohne Thermik sinkt ein Gleitschirm einen Meter pro Sekunde. Der Startplatz an der Kampenwand liegt etwa 1450 Meter hoch, der Landeplatz am Freibad auf 600 Metern. Wir fliegen also ca. 850 Sekunden (gut 14 Minuten). Wir können aber den Flug verlängern, in dem wir Thermik fliegen oder soaren. Das kann durchaus ein paar Stunden sein. Der längste Flug von der Kampenwand gelang Anselm Rauh. Er flog in 8:42 Stunden über 188,6 km Luftlinie bis nach Kärnten.

 

"Wissen Sie schon, wo Sie runterkommen?"

Ja. Wer das Landen beherrscht, steht auf ein paar Meter genau dort am Boden, wo er stehen will. Anders ist das beim Streckenfliegen. Man versucht so weit zu kommen wie irgendwie möglich. Dabei landet man in der Regel „irgendwo“. Wir Streckenflieger nennen das „absaufen“.

 

"Wie funktioniert das Thermikfliegen?"

Thermik muss man sich vorstellen wie eine Blase oder einen Schlauch, in dem warme Luft aufsteigt. Steigt diese Luft schneller auf, als der Schirm sinkt, gewinnen wir an Höhe, solange wir in diesem Schlauch fliegen. Beim Thermikfliegen bewegen wir uns daher eher im Kreis.

 

"Und was versteht man unter "soaren"?"

Wenn Wind auf ein Hindernis trifft auf (z.B. eine Bergflanke), dann muss die Luft irgendwohin ausweichen. Ist das Hindernis breit genug, weicht sie nach oben aus. In diesem Bereich des laminaren Hangaufwinds fliegen wir achterförmig hin und her und können auch dabei an Höhe gewinnen – allerdings nie wesentlich höher als das Hindernis ist.

 

"Wie weit kann man denn mit dem Gleitschirm fliegen?"

Die längsten Flüge mit Rückenwind gingen über mehr als 500 km – in Brasilien. Die längsten Dreiecksflüge – das Dreieck ist die Königsdisziplin, weil man auf einem Schenkel garantiert Gegenwind hat – wurden in den Alpen geflogen und messen über 300 km. Die längsten Flüge von der Kampenwand sind 186 km bzw. 176 km als Dreieck

 

„Die Leinen und das Tuch sind so dünn. Hält das wirklich?“

Natürlich, wir sind ja nicht lebensmüde. Jeder Schirm und jedes Gurtzeug muss zugelassen werden. Dazu gehört auch ein Belastungstext mit 8 g. Ein Schirm, der mit einen Fluggewicht von 100 kg zugelassen ist, darf im Test bei 800 kg nicht reißen.

 

"Kann man das mal ausprobieren?"

Ja, Sie können entweder einen Tandemflug als Passagier oder einen Kurs bei der Flugschule machen.

 

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