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Zukunft für ein sanftes Verkehrsmittel – Die Kampenwandbahn wird maßvoll erneuert

Sie gehört seit bald siebzig Jahren zu Aschau und zur Region, ihre bunten Gondeln nehmen sich im Vergleich zu anderen Bergbahnen geradezu niedlich aus. Als Verkehrsmittel wirkt die Kampenwandseilbahn ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Das ist sie auch: Vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität können sie nicht benutzen, zu viele Stufen sind an der Bergstation zu überwinden, ehe man das herrliche Panorama zu beiden Seiten des Kampenwandgrates genießen kann. Das soll sich ändern, denn in den nächsten Jahren wird die Bahn maßvoll erneuert. Die Pläne des Betreibers sehen vor, dass die Seilbahn auf der angestammten Linienführung bleibt, Berg- und Talstation aber barrierefrei neu gebaut werden.

Förderlich für die Inklusion werden auch die neuen Gondeln. Statt vier nehmen sie in Zukunft bis zu acht Personen auf – immer noch wenig im Vergleich mit der Konkurrenz, doch bietet die Bahn dann endlich genug Platz, dass sie auch mit Rollstühlen benutzt werden kann. Dann kommen endlich auch viele Patienten aus der orthopädischen Kinderklinik, die bisher unten bleiben mussten, in den Genuss des atemberaubenden Blickes auf Chiemsee, Watzmann, Großglockner und Großvenediger. Schon bisher können die kleinen Klinikpatienten die Bahn kostenlos nutzen, das bleibt auch in Zukunft so.

Überhaupt bleibt die Kampenwandseilbahn auch nach der Erneuerung beim Bewährten. Der öffentliche Fahrbetrieb beginnt um 9 und endet um 18 Uhr. Spätere Einzelfahrten wird es auch weiterhin geben, aber wie bisher im Wesentlichen nur, um Personal, Material für die Almbewirtschaftung und Gäste  geschlossener, privaten Veranstaltungen wie Abendessen und Familienfeiern auf den Almen auf der Kampenwand zu transportieren. Anzahl und Zeiten bleiben gleich. Ebenso unterstützt die Seilbahn auch in Zukunft die bekannten Traditionsveranstaltungen wie die Sonnwendfeier, die Gedenkmesse für die Gefallenen beider Weltkriege und Silvester.

Auch das Angebot auf dem Berg bleibt gleich, weshalb für die neue Bahn gerade einmal 10-15% mehr Fahrgäste erwartet werden. Eines aber könnte sich ändern, nämlich die Wartezeiten, denn die werden abnehmen. Abnehmen wird übrigens auch die Dauer der abendlichen Fahrten, denn die höhere Kapazität der Gondeln bedeutet, dass die Gäste nach Ende der jeweiligen Veranstaltung verglichen mit heute in der halben Zeit wieder nach unten gelangen.

So rechnet auch die Gemeinde Aschau mit einem im wesentlichen gleichbleibenden Verkehrsaufkommen. Der Anteil der Nutzer der Kampenwandseilbahn am gesamten Autoverkehr in Aschau liegt derzeit im einstelligen Prozentbereich, das verkraftet das Straßennetz gut, ebenso der Parkplatz der Bahn, die Gemeinde erwartet, dass das so bleibt.

Der Familienbetrieb Kampenwandseilbahn erneuert sich also und macht sich so zukunftsfest. In ein paar Jahren will das Betreiberehepaar die Bahn an seine Kinder übergeben, die das Unternehmen dann in vierter Generation führen werden. Die Bahn bleibt also eine feste Größe in Aschau und Umgebung, das freut auch die vielen Betriebe, die mit der Bahn verbunden sind: Hotels am Chiemsee, die Tagungen und Hüttenabende auf der Kampenwand anbieten, Handwerksbetriebe, die an der Instandhaltung mitwirken, aber auch Lebensmittelproduzenten, die ihre regionalen Qualitätsprodukte an die Möslarn-, Steinling-, Gori- und Sonnenalm verkaufen.

Regional ist und bleibt auch das Marketing der Bahn: Angesprochen werden Kunden in Oberbayern. Gäste aus anderen Regionen sind natürlich willkommen, schließlich ist Bayern ein Urlaubs- und Tourismusland, doch will die Kampenwandseilbahn vor allem den Menschen am Ort einen komfortablen Zugang zu den Schönheiten der heimatlichen Natur bieten. Der Familienbetrieb Kampenwandseilbahn freut sich darauf, auch in Zukunft für die Familien in Aschau und Umgebung da zu sein.

Zunächst muss die Region allerdings auf die beliebte Bahn verzichten. Sobald die letzten Rückmeldungen des Landratsamtes Rosenheim vorliegen, versendet das Unternehmen die Ausschreibungen für die Bauleistungen. Die Bahn geht dann in einen „Winterschlaf“ von etwa elf Monaten. In dieser Zeit werden die Stationen neu gebaut. Die Talstation birgt auch in Zukunft die Werkstätten, in denen die Bahn instand gehalten wird, die hoch qualifizierten und spezialisierten Arbeitsplätze bleiben also in Aschau.

Natürlich werden in dieser Zeit auch die neuen Gondeln angeliefert und betriebsfertig gemacht. 72 werden es statt bisher 50, die Neuen kommen aber genauso farbenprächtig daher wie die Bisherigen. Die gehen übrigens einer weiteren Verwendung zu, denn die traditionellen Kabinen werden bei Baubeginn versteigert. Näheres dazu steht rechtzeitig hier im Gemeindeblatt.

Damit auch der Bau möglichst schonend für die Natur verläuft, wird das Material für die neue Bahn mit einer temporären Materialseilbahn, wie sie auch in der Forstwirtschaft verwendet wird nach oben gebracht. Dafür muss die bestehende Trasse leicht verbreitert werden, diese Fläche wird aber nach Abschluss der Arbeiten wieder aufgeforstet. Bereits die bestehende Seilbahn wurde mit Hilfe einer Materialbahn errichtet, auch in dieser Hinsicht steht die neue Seilbahn in der Tradition der Alten.